61:75 Sieg in Jena beschert den Pro A-Titel
(mb) Sechs Tage nach dem sportlichen Aufstieg in die Basketball-Bundesliga hat sich der BBC Bayreuth am drittletzten Spieltag der Saison 2009/2010 nun auch den Meistertitel geholt. Nachdem die Mannschaft von Andreas Wagner und Tim Nees an 25 der bislang 28 gespielten Runden (mit Ausnahme vom zweiten bis vierten Spieltag) auf dem Platz an der Sonne stand kann nun auch kein anderer Club mehr in der Tabelle ganz nach oben klettern. Perfekt gemacht wurde das Meisterstück durch ein 61:75 (22:34) bei Science City Jena.
Rund 1.100 Fans, darunter 200 BBC-Anhänger, verfolgten die Partie bei dem Club, der selbst in der Saison 2007/2008 Bundesliga-Luft schnuppern konnte. Die Thüringer agierten gegen den designierten Meister unter der Parole „Die Netze bleiben hier“, darf doch der Titelträger nachdem die Meisterschaft eingefahren ist, einen Teil der Korbanlage als Trophäe einheimsen. Das Spiel eröffnete Jermain Raffington nach 14 Sekunden mit einem Freiwurf, Thomas Jackson erhöhte auf 0:3, dann gelang den Hightowers durch einen Freiwurf von Frieder Diestelhorst der erste Punkt. Bis zur vierten Minute erhöhten Jaivon Harris per Dreier und Jermain Raffington doppelt an der Freiwurflinie auf 1:8. Dann wurden die Gastgeber stärker, lagen nach einem Wysocki-Dreier nur noch 6:8 (5.) zurück. Wenig später sollte gar die erste und einzige Führung gelingen. Nach dem 8:12 von Thomas Jackson in der sechsten Minute folgten fünf weitere Punkte vom auffälligen Kevin Wysocki zum 13:12 (7.). Der BBC drehte das Spiel aber schnell, Jaivon Harris, Emeka Erege per Tip-In sowie Michael Schröder, der unter beiden Körben sehr gut arbeitete, erledigten das 13:18 nach zehn Minuten.
Sehr gut funktionierte die BBC-Defensive vor allem im zweiten Abschnitt, in dem Jena nur zu neun Punkten kommen sollte. Die ersten zwei erzielte wiederum Kevin Wysocki, in der 14. Minute wuchs der Vorsprung des igeko-Teams nach fünf Campbell-Punkten in Folge erstmals auf zehn Punkte – 16:26. Zwei Punkte legte Sebastian Barth hinterher, in den verbleibenden Minuten bewegte sich der Bayreuther Vorsprung immer um zehn bis zwölf Zähler. Egal was Science City probierte, der BBC wusste die passende Antwort. In der letzten Minute gab es auf beiden Seiten noch eine sehenswerte Aktion: Zunächst einen Dunking von Adrian Hill, dann, elf Sekunden vor der Pause, einen Tip-In von Michael Schröder zur 22:34 Pausenführung für den Tabellenführer.
Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehörte vor allem Christoph Tetzner. Er suchte die Lücken in der Jenaer Defensive – und fand sie. Vor allem beim 24:38 (23.) und beim 26:40 (24.) tankte sich „Tetze“ schön durch des Gegners Reihen. Zwei Minuten später gab es den höchsten Bayreuther Vorsprung des Abends zu bejubeln. Nach einem Dreier von Jaivon Harris hieß es 28:45 aus Sicht der Heimmannschaft. Die wurde dann dank Michael Lake, er wurde vor wenigen Tagen 37, etwas stärker. Nach einem Dreier des früheren Bayreuthers stand es in der 28. Minute nur noch 33:47, Pete Campbell antwortete jedoch passend mit einem ebenso erfolgreichen Distanzwurf. Adrian Hill und Frieder Diestelhorst mit Freiwürfen verkürzten auf 37:50, die letzten beiden Zähler des Viertels holte sich – ebenfalls aus ruhender Position – Emeka Erege.
Mit dem 39:52 eröffnete Jermyl Jackson-Wilson den Punktereigen im letzten Abschnitt, in dem die Thüringer nach weiteren Punkten ihres Centers und von Kevin Wysocki wieder bis auf zehn Punkte (43:53, 33.) dran waren. Taktisch klug nahm BBC-Coach Andreas Wagner allerdings zum genau richtigen Zeitpunkt eine Auszeit und nach der lief es wieder besser für den künftigen Bundesligisten. Jermain Raffington, Thomas Jackson und Eddie Seward trafen zum 45:58, sorgten dafür, dass Jena der Aufwind aus den Segeln genommen wurde. Der Bayreuther Vorsprung bewegte sich nun bei zwölf bis 14 Punkten – bis zur vorletzten Minute, in der Jaivon Harris nach einem vorherigen Raffington-Dreier auf 54:71 erhöhte und erneut 17 Punkte Differenz zwischen beide Teams brachte. Kurz darauf durften sich auch Fabian Brütting und Stefan Schmidt über Einsatzzeit im Meisterspiel freuen, Stefan Schmidt war es auch, der nach Vorlage von Christoph Tetzner die letzten BBC-Punkte erzielen durfte. Den Schlusspunkt zum 61:75 setzte Jenas bester des Abends, Kevin Wysocki.
Was folgte war erneuter großer Jubel im Team und bei den mitgereisten Fans. Vor dem „UFTA“ stand jedoch noch eine Aufgabe an: Das Entfernen der Netze. Auf der einen Seite sicherten sich Eddie Seward und Christoph Tetzner das Seilkonstrukt, auf der anderen Seite durfte sich jeder Spieler ein Stück vom Netz herunterschneiden. Eine Sektdusche für Meistermacher Andreas Wagner durfte auf nicht fehlen, genau so wenig wie das Meisterfoto der Mannschaft mit dem Betreuerstab, Geschäftsführer Manfred Schöttner und Team-Manager Uli Eichbaum.
In einer Woche steigt dann die letzte Punktspielparty in der Oberfrankenhalle. Am Samstag, 17. April, findet ab 19:30 Uhr das 15. Heimspiel der Saison statt. Gegner ist die Mannschaft der BG Karlsruhe, die zwei Spieltage vor Schluss auf Platz fünf der Tabelle liegt. Karten für das Spiel gibt es unter tickets.bbc-bayreuth.de sowie beim Nordbayerischen Kurier (Maxstraße 58-60).
Trainerstimmen:
Georg Eichler (Science City Jena): „Zuerst meine Glückwünsche an Andi Wagner, die Stadt Bayreuth und die Organisation des BBC. Das haben sie sich redlich verdient. Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem Spiel, wir haben verloren. Aber das ist natürlich eine Niederlage, die in Ordnung geht. Wir haben in der ersten Halbzeit leider viel zu viel Respekt vor der Verteidigung der Bayreuther gehabt. Das haben sie wirklich sehr gut gemacht. Man hat deutlich gesehen dass wir am Anfang die Köpfe haben hängen lassen und zu ängstlich gespielt haben. Das ist, wenn man gegen so eine Spitzenmannschaft spielt, natürlich schwierig. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gelöst, wir haben uns an die Drucksituation und die harte Verteidigung des BBC viel besser gewöhnt. Wir haben gesehen, dass wir mitspielen können. Aber um so eine Mannschaft schlagen zu können müssen wir 40 Minuten lang alles richtig machen, das ist uns heute Abend allerdings nicht gelungen.“
Andreas Wagner (BBC Bayreuth): „Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Meine Mannschaft wollte heute unbedingt Meister werden, das hat man ihr angemerkt. Dafür ein großes Kompliment! Wir sind sehr gut aufgetreten und das Spiel war sehr taktisch geprägt, da sich beide Coaches sehr gut kennen. Es wurden nicht viele einfache Punkte zugelassen. Auch Jena ein Kompliment, sie haben es uns nicht leicht gemacht. Ich bin froh, dass wir heute Meister geworden sind und wir freuen uns riesig über den Titel.“
Science City Jena – BBC Bayreuth 61:75 (13:18;9:16;15:18;24:23)
Science City Jena: Wysocki 25, Jackson-Wilson 11, Hill 7, Diestelhorst 5, Lake 5, Faßler 4, Jost 2, Schmitz 2, Reyes-Napoles 0. Dreier: Lake 1, Wysocki 1.
BBC Bayreuth: Tetzner 14, Harris 12, Jackson 11, Raffington 10, Campbell 8, Seward 5, Schröder 4, Erege 4, Barth 4, Schmidt 2, Williamson 1, Brütting 0. Dreier: Harris 2, Campbell 2, Raffington 1.
Wurfquote Feld gesamt: Jena 50% (22 von 44), Bayreuth 45% (27 von 60)
Dreierquote: Jena 29% (2 von 7), Bayreuth 26% (5 von 19)
Freiwurfquote: Jena 71% (15 von 21), Bayreuth 73% (16 von 22)
Rebounds (defensiv/offensiv): Jena 28 (22/6), Bayreuth 31 (16/15)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Jena 20/12/3/3, Bayreuth 13/18/6/1
Fouls: Jena 18, Bayreuth 23